Chiptune
Chiptune oder 8-Bit-Musik ist ein Subgenre der elektronischen Musik, das die Soundchips alter Personal Computer, Spielkonsolen oder Arcade-Automaten nutzt.
Trotz des offensichtlich künstlichen und »billigen« Klangs erfordert Chiptune-Musik durchaus Fähigkeiten in Komposition und besonders Arrangement – aufgrund der Begrenzungen dieser Soundchips der späten 1970er und (frühen) 1980er Jahre. Zum Beispiel hatte der wohl beste Soundchip der 8-Bit-Ära, der MOS Technology SID (gefunden in den Heimcomputern Commodore 64 und 128), nur drei Stimmen, die gleichzeitig abgespielt werden konnten. Statt Akkorden werden daher schnelle Arpeggios verwendet, und wenn es mehr als drei Instrumente geben soll, muss man Lücken in der Melodie eines Instruments für ein anderes finden.
Einer der bekanntesten Namen im Chiptune-Genre ist der deutsche Musiker und Videospielkomponist Chris Huelsbeck , der 1986 den sogenannten Tracker »Soundmonitor« programmierte, ein Musikprogramm, das half, das Beste aus dem SID-Chip herauszuholen.
Das vielleicht bekannteste frühe kommerzielle Album, das vollständig aus Samples von Arcade-Spielklängen besteht, ist »Video Game Music« von Haruomi Hosono, ehemaliges Mitglied der Yellow Magic Orchestra, aus dem Jahr 1984. Viele Genres integrierten diese Klänge in den 1980er Jahren, und sie ebneten tatsächlich den Weg für das Electro-Genre. Obwohl es einen gewissen Einfluss auf die Techno-Musik hatte, verlor die 8-Bit-Musik in den 1990er Jahren an Popularität, bis sie Mitte der 2000er Jahre ein Comeback in der Mainstream-Popmusik erlebte.