EDM
Eigentlich bedeutet EDM Electronic(ally produced) Dance(able) Music, also ist es zunächst ein Oberbegriff für alle Genres, die dieser Definition folgen. Um 2010 wurde EDM zu einem Marketingbegriff, besonders in der US-amerikanischen Musikindustrie.
Merkmale von EDM sind ein großer Sound, viele Breaks und ein starker Fokus auf den sogenannten Drop. Tracks enthalten oft Vocals, meist von Popkünstlern gesungen. EDM ist mehr »Pop« als »Underground«, manche beschreiben es als die »kommerzialisierte Version von Techno«. Anders als Techno oder House ist EDM nicht als Clubmusik gedacht und wird oft in einem großen Festival-Setting wie Tomorrowland (Belgien) oder Ultra Music Festival (Miami, USA) gespielt.
Anders als Clubmusik wie Techno oder House, die eher auf das kollektive Tanzerlebnis fokussiert, ist EDM mehr »Partymusik«, bei der der DJ eine Art Animateur und im Mittelpunkt steht wie ein Rockstar. Während – besonders die deutsche – Techno-Szene EDM als eine Art »Schimpfwort« betrachtet, bevorzugen einige Künstler wie der deutsche Trance-Veteran Paul van Dyk sogar, ihre Musik als Electronic Dance Music zu bezeichnen.
Dennoch hat EDM seine Wurzeln in Techno, House und Trance, besonders dem großen, epischen Sound des Dutch Trance, die mit Elementen und Attitüde von Pop kombiniert wurden. Der niederländische Trance-DJ/Produzent Tiësto, bekannt z.B. für seine Version von Samuel Barbers »Adagio For Strings« (2005), war der erste DJ, der solo in einem Stadion vor 25.000 Menschen auftrat (Tiësto In Concert, 2003).
Immer mehr Techno-, House- oder Trance-Künstler wandten sich einem popartigeren Mainstream-Sound zu. Bemerkenswerte Beispiele sind Eric Prydz aus Schweden mit »Call On Me (feat. Steve Winwood)« (2004), Bob Sinclar aus Frankreich mit »Love Generation (feat. Gary Pine)« (2005), sein Landsmann David Guetta mit »When Love Takes Over (Feat Kelly Rowland)« (2009) und »Titanium (feat. Sia)« (2011), deadmau5 aus Kanada mit »Strobe« (2010) sowie der niederländische DJ/Produzent Martin Garrix mit »Animals« (2013) und Calvin Harris aus Schottland mit seinem Hit »Summer« (2014).
Andere Genres fanden ebenfalls ihren Weg in EDM. Der US-DJ/Produzent Skrillex , bekannt z.B. für »Bangarang« (2011), wird oft zugeschrieben, Dubsteps »EDM-Version« Brostep entwickelt zu haben. Weitere Beispiele sind der US-DJ/Produzent Marshmello und sein Future Bass/EDM-Track »Alone« (2016) oder der australische DJ/Produzent Timmy Trumpet und sein Melbourne Bounce/EDM-Track »Freaks (feat. Savage)« (2014).
Einer der größten EDM-Stars war wahrscheinlich der schwedische DJ/Produzent Avicii , bekannt für Hits wie »Levels« (2011) und »Wake Me Up (feat. Aloe Blacc)« (2013).