Future Bass
Future Bass ist ein EDM-Subgenre, das in den 2010er Jahren entstand und sich aus EDM-Trap, Dubstep und UK Garage entwickelte. Während es in Trap verwurzelt ist, konzentriert sich Future Bass – wie der Name schon sagt – auf die Bassline und hat einen wärmeren, helleren Sound, der eine positive und oft als entspannt empfundene Atmosphäre vermittelt. Bis 2016 hatte sich Future Bass fast vollständig mit Lovetrap vermischt.
Future-Bass-Tracks haben normalerweise ein Tempo zwischen 130 und 175 bpm und einen Beat mit einem 4/4-Takt und einer synkopierten Hi-Hat. Wie in vielen anderen elektronischen Musikgenres werden die Beats oft auf einer Roland TR-808-Drum-Machine erstellt. Die Bassline wird typischerweise durch detunierte Sägezahn- oder Rechteckwellen erzeugt, moduliert durch einen Niederfrequenz-Oszillator, der den Cutoff eines Tief- oder Hochpass-Audiofilters steuert (was zu einem »wackeligen« Effekt führt). Weitere Merkmale sind arpeggierte Akkorde, Vocal Chops oder Vocoder-Vocals und ein sogenannter »twinkly Sound«, d.h. ein allmählicher Anstieg der Tonhöhe.
Einige sehen die frühesten Genre-Spuren in Flying Lotus’ (geboren Steven Ellison) 2006er Album »1983«, einem experimentellen Hip-Hop-Album mit Elementen aus Dubstep und Chill-Trap. Als Future-Bass-Pioniere gelten die schottischen Produzenten Rustie (geboren Russell Whyte) und Hudson Mohawke (geboren Ross Matthew Birchard) sowie der amerikanische Produzent RL Grime (geboren Henry Steinway), bekannt z.B. für sein Debütalbum »Void« (2014). Besonders Rustie half, Future Bass mit seiner – jetzt als Genre-Klassiker geltenden – EP »Sunburst« (2010) und LP »Glass Swords« (2011) zu definieren. Weitere Genre-Pioniere und wichtige Alben sind der norwegische DJ/Produzent Cashmere Cat (geboren Magnus August Høiberg) und seine Debüt-EP »Mirror Maru« (2012) sowie der niederländische DJ/Produzent San Holo (geboren Sander van Dijck) und sein 2016er Track »Light«.
Der YouTube-Kanal Trap Nation integrierte bald das neue Genre, und Flumes 2013er Remix von »You & Me« von Disclosure war der erste Genre-Hit, der die Mainstream-Aufmerksamkeit auf Future Bass lenkte. Weitere Mainstream-Erfolge hatten der französische DJ/Produzent DJ Snake (geboren William Grigahcine) mit seinem Lovetrap-Track »Middle« (2015) und das US-amerikanische Duo The Chainsmokers (bestehend aus Andrew Taggart und Alex Pall), das eine Reihe großer Hits wie »Roses« (2015), »Closer« (2016), »Something Just Like This« (2017, mit Coldplay), »Who Do You Love« und »Takeaway« (beide 2019) hatte.
Einer der beliebtesten Future-Bass-DJs ist der US-amerikanische DJ/Produzent Marshmello (geboren Christopher Comstock), bekannt für z.B. sein Debütalbum »Joytime« (2016) oder Tracks wie »Alone« (2016) oder »Twinbow« (2017, mit Slushii). Weitere bemerkenswerte Genre-Künstler sind ILLENIUM und Louis the Child (bestehend aus Robby Hauldren und Frederic J. Kennett) aus den Vereinigten Staaten und der niederländische DJ/Produzent Martin Garrix, bekannt für z.B. »In the Name of Love« (2016, mit Bebe Rexha).
Mit der EP »Kirara« des japanischen Künstlers Snail’s House (geboren Keitaro Ujiie) im Jahr 2015 wurde das Subgenre Kawaii Future Bass (aka Kawaii Bass) geboren, das durch starke Einflüsse der japanischen Popkultur, Chip-Tune-Sounds und die Verwendung von Samples aus Anime oder Videospielen gekennzeichnet ist, was zu einem fröhlichen Sound und niedlichem Erscheinungsbild führt.