Future House
Future House (aka UK Deep House) ist eine Kombination/Mischung aus UK Garage und Deep House, zusätzlich mit EDM-Elementen. Mit einem Tempo typischerweise zwischen 120 und 130 bpm ist Future House durch einen 4/4-Beat mit viel Hi-Hat-Arbeit, metallisch klingenden, gezupften und elastisch wirkenden Hooks/Melodien, großen Drops und frequenzmodulierten Bässen gekennzeichnet.
Future House wurde 2013 geboren, als der französische Produzent/DJ Tchami (geboren Martin Joseph Léonard Bresso) diesen Begriff als Tag für seinen Remix von Janet Jacksons 1997er Song »Go Deep« auf der Musik-/Streaming-Plattform SoundCloud verwendete. Ursprünglich nicht als Genre von ihm beabsichtigt, sondern nur als Begriff, um seine Tracks hervorzuheben, wurde es bald ein Genre-Name, der von Medien und Fans verwendet wurde. Im selben Jahr veröffentlichte Tchami die EP »Promesses«, bestehend aus den Tracks »Promesses« und »Shot Caller«, die 2014 und 2015 als Singles von Ministry of Sound wiederveröffentlicht wurden. Tchami ist auch als Co-Produzent für DJ Snake bekannt, beteiligt an Hits wie DJ Snakes »Turn Down for What (feat. Lil Jon)« (2013) und AlunaGeorge’s »You Know You Like It (DJ Snake Remix)« (2014), sowie als Remixer, bekannt z.B. für seinen Remix von Marshall Jeffersons »Move Your Body « (2014).
Zwei weitere Pioniere von Future House sind die niederländischen DJs/Produzenten Don Diablo – bekannt z.B. für »Momentum« (2017) – und Oliver Heldens (aka HI-LO). Nicht nur hatte Heldens seinen persönlichen Durchbruch mit den Tracks »Gecko« (2013) und »Koala« (2014) – der Charterfolg der Vocal-Versionen brachte dem neuen Genre Mainstream-Anerkennung. 2014 erreichte »Gecko (Overdrive)«, mit zusätzlichen Vocals von Becky Hill, Platz 1 in den britischen Top 40, »Last All Night (Koala)«, mit zusätzlichen Vocals von KStewart, Platz 5 in den britischen Single-Charts und Platz 1 in den britischen Dance-Charts. Oliver Heldens hatte weiteren Charterfolg mit Tracks wie »The Right Song« (2016), »Fire in My Soul« (2018) und »Turn Me On« (2019) und wurde einer der beliebtesten Future-House-DJs. Das niederländische Label Spinning’ Records – einschließlich des Sublabels Hexagon, das Don Diablo gehört – spielte ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Förderung des neuen Genres.
Bald entdeckten andere Künstler den neuen Sound und integrierten ihn in ihre Werke – wie der französische DJ/Produzent Martin Solveig mit »Intoxicated« (2015, mit GTA) oder das schwedische Duo Cazzette (bestehend aus Alexander Björklund und Sebastian Furrer), dessen erste Future-House-Single »Sleepless« (2014, feat. The High) ein Charterfolg war. Weitere Future-House-Künstler sind Jonas Aden (jetzt bekannt als Aden Foyer), Curbi (geboren Tobias Paul Curwen-Bingley), bekannt für »Discharge« (2015), und Brooks (geboren Thijs Westbroek), bekannt für »Byte« (2017, mit Martin Garrix), oder »Better When You're Gone« (2018, mit David Guetta und Loote). Zusammen mit Mike Williams (geboren Mike Willemsen), Justin Mylo (geboren Emilio Justin Behr) und Mesto (geboren Melle Kiet Stomp) ist er einer der Pioniere des Subgenres Future Bounce, das den hüpfenden, party-orientierten Melbourne Bounce mit den metallischen Sounds von Future House kombiniert, wie in »Bouncybob« von Martin Garrix feat. Justin Mylo und Mesto (2015).