Eurodisco
Beeinflusst von diesen Electro-Pop-Pionieren entwickelte sich in den 1970er Jahren die Eurodisco. Sie ist geprägt durch elektronische Instrumente wie Synthesizer und Drum-Machines, einen typischen 4/4-Dance-Beat und einen starken Fokus auf eine kräftige Bassline wie in »I Feel Love« (1977) von Donna Summer. Dieser Track wurde vom in München ansässigen italienischen Produzenten Giorgio Moroder produziert. Zusammen mit seinem Kollegen Pete Belotte schuf er den sogenannten »Munich Sound«, der ihm Bezeichnungen wie »High Priest of Disco« oder »Godfather of Dance Music« einbrachte.
Deutschland war die Heimat mehrerer erfolgreicher Eurodisco-Produzenten und -Projekte. Silver Convention, produziert von Sylvester Levay und Michael Kunze, hatte 1975 einen internationalen Hit mit »Fly, Robin, Fly«, und Frank Farians Projekt Boney M. hatte eine Reihe von Hits, darunter »Daddy Cool« (1976) oder »Rivers of Babylon« (1978). Dschinghis Khan, ein Projekt von Ralph Siegel, bekannt für Songs wie »Dschinghis Khan« oder »Moskau« (beide 1979), brachte Eurodisco in den deutschen Schlager. Spätere erfolgreiche deutsche Genre-Produzenten/Projekte waren Dieter Bohlen und Luis Rodriguez mit Projekten wie Modern Talking, bekannt für »You’re My Heart, You’re My Soul« (1984), Tony Hendrik und Bad Boys Blue mit Hits wie »You’re A Woman« (1985) sowie Sandra, produziert von Michael Cretu, und ihr Song »(I’ll Never Be) Maria Magdalena« (1985).
Weitere Beispiele für Eurodisco sind das spanische Duo Baccara und ihr Hit »Yes Sir, I Can Boogie« (1977), die französische Sängerin Amanda Lear, bekannt für »Follow Me« (1978), und die französische Band Ottawan mit »D.I.S.C.O.« (1979) und »Hands Up (Give Me Your Heart)« (1981). »Gimme! Gimme! Gimme! (A Man After Midnight)« (1979) von der schwedischen Popgruppe ABBA kann ebenfalls als Eurodisco betrachtet werden. Das Genre hatte auch Einfluss auf die USA, wie »Call Me« (1980) von Blondie oder »Gloria« (1982) von Laura Branigan zeigen.
Einer der letzten Eurodisco-Hits war »I've Been Thinking About You« (1990) von der britisch-amerikanischen Band Londonbeat.