Eurodance
Eurodance, auch bekannt als Dancefloor, entwickelte sich um 1990 aus Eurodisco und Italo Disco und war anfangs von Hip-Hop und House inspiriert. Einfach ausgedrückt war die Formel am Anfang »Hip-Hop- und Soul-Gesang plus ein House-Beat«.
Merkmale von Eurodance sind komplett elektronisch produzierte, melodiendominierte Tracks in oft Moll-Tonarten, prominente Basslines und ein starker 4/4-Dance-Beat mit einem Tempo von 110-150 bpm (typischerweise um 140 bpm). Die Beats zeigen starken Einfluss von Techno, House und New Beat, und die Tracks bieten meist den Kontrast zwischen einem soulvoll gesungenen Refrain einer Sängerin und Raps eines männlichen Rappers/MCs.
Der Ursprung liegt im sogenannten »Sound of Frankfurt« mit Produzenten wie Torsten Fenslau, Michael Münzing und Luca Anzilotti, Jam El Mar, Mark Spoon und DJ Dag. Frühe Eurodance-Beispiele sind »Pump Up the Jam« (1989) vom belgischen Projekt Technotronic, »Gonna Make You Sweat (Everybody Dance Now)« (1990) vom US-Projekt C+C Music Factory oder »The Power« (1990) von Snap!, einem Projekt der bereits erwähnten deutschen Produzenten Michael Münzing und Luca Anzilotti. Mit ihrem 1992er Hit »Rhythm Is a Dancer« schuf Snap! den ersten Genre-Meilenstein. 1993 hatte Torsten Fenslaus Projekt Culture Beat einen großen Hit mit »Mr. Vain«, ebenso wie Haddaway mit »What Is Love« (produziert von Karin Hartmann und Tony Hendrik), letzteres ein seltenes Genre-Beispiel ohne Rap-Part.
Weitere erfolgreiche Eurodance-Acts und -Hits waren Dr. Alban aus Schweden mit »It’s My Life« (1992), das niederländische Duo 2 Unlimited mit »No Limit« (1993), »Scatman (Ski-Ba-Bop-Ba-Dop-Bop)« (1994) vom amerikanisch-deutschen Projekt Scatman John, das schwedische Projekt Rednex mit »Cotton Eye Joe« (1994), »Be My Lover« (1995) vom deutsch-amerikanischen Duo La Bouche, die deutsche Gruppe Mr. President mit »Coco Jamboo« (1996), die niederländische Band Vengaboys mit »Boom, Boom, Boom, Boom!!« (1998) sowie »Barbie Girl« (1998) von der dänisch-norwegischen Band Aqua und die italienische Gruppe Eiffel 65 mit »Blue (Da Ba Dee)« (1999).
Eurodance wurde auch in den USA produziert (und manchmal als US-Dancefloor bezeichnet). Neben dem bereits erwähnten C+C Music Factory sind bemerkenswerte Beispiele »I Like to Move It« (1993) von Reel 2 Real, 20 Fingers’ »Short Dick Man« (1994) und The Outhere Brothers mit »Boom Boom Boom« (1995).
Einige Genre-Künstler sind noch erfolgreich, wie DJ Bobo aus der Schweiz oder die deutsche Band Scooter, obwohl ihre neuere Musik auch/mehr anderen Genres wie Jumpstyle oder Hands Up zuzuordnen ist.